Wir vom Deutschen Personenstandsverzeichnis — kurz depeve — haben zum Ziel, dass Du Geschichte einfach entdecken kannst. Darum gibt es uns. Darum machen wir die historischen deutschen Personenstandsregister niederschwellig verfügbar und verknüpfen diese. Dadurch entsteht eine zusammenhängende Datenbank der historischen Bevölkerung Deutschlands in der Du Deine Vorfahren und Familie einfach finden kannst. Dazu musst Du keine alten Urkunden lesen oder Archivstrukturen verstehen. Gib einfach einen Namen ein und entdecke — getreu unserem Motto — Geschichte einfach.
Das depeve spricht dabei verschiedene Interessensgruppen an:
Wir wollen Neugierde und Erinnerungen wecken. Denn in den alten Urkunden verbirgt sich unglaublich viel Interessantes. Das können wir aber nicht allein — das ist eine große Gemeinschaftsaufgabe. Du willst mithelfen? Willkommen - schön, dass Du da bist!
Hilft mit, die historischen Register zugänglich zu machen.
Der erste Punkt ist ganz einfach: Wühl Dich durch die Daten und korrigiere Fehler, da wo Du sie findest. Und lad gerne auch Dokumente hoch, um die Datenbasis für alle zu verbessern. Du kannst aber auch einen entscheidenden Anstoß dazu liefern, dass neue Daten digitalisiert werden! Wende Dich an Deine örtliche Gemeinde oder Archiv und bitte darum, dass die Personenstandsregister digitalisiert und uns zur Verfügung gestellt werden.
Kontaktiere das Standesamt oder die Gemeinde und weise auf depeve. Wir freuen uns, wenn die zuständige Stelle dann über das Formular "Stadt / Gemeinde" direkt mit uns in Kontakt tritt.
Wir freuen uns über Ihre Anfrage.
Teilen Sie Ihren Bestand mit der Forschungsgemeinschaft.
Nutzen Sie die Daten des depeve für Ihre Forschung – zur Demographie, Sozial- oder Wirtschaftsgeschichte und mehr.
Oft werden wir gefragt, was das kleine Zeichen oben links der URL bedeutet. Es zeigt die Buchstaben d-e-p-e-v-e verschlungen. Zugleich ist darin ein Kreuz, ein Stern und ein Unendlichzeichen zu erkennen. In der genealogischen Forschung steht das Kreuz für den Todesfall, der Stern für die Geburt und das Unendlichzeichen für die Eheschließung — die drei Ereignisse, die auch für die Personenstandsurkunden relevant sind.
Die grundlegenden Datenquellen für das depeve stellen die historischen Personenstandsregister Deutschlands dar. Die gab es nicht immer: Zuvor oblag die Beurkundung von Geburten, Heiraten und Sterbefällen in weiten Teilen Deutschlands den Kirchen — die Taufe galt als Geburtsnachweis, die kirchliche Trauung als Ehe, die Beerdigung als Sterbenachweis.
Einen ersten Vorläufer gab es bereits durch die französische Besatzung: Zwischen 1792 und 1808 wurden im französisch besetzten Rheinland zivile Standesämter nach dem Vorbild des Code civil eingeführt — die ältesten deutschen Standesamtsbücher datieren aus dieser Zeit. Diese frühen Register sind jedoch nicht Gegenstand des depeve.
Die flächendeckende Einführung staatlicher Standesämter erfolgte dann schrittweise: In Baden ab dem 1. Februar 1870, in Preußen ab dem 1. Oktober 1874 und schließlich im restlichen Deutschen Reich ab dem 1. Januar 1876 — auf Grundlage des Reichsgesetzes über die Beurkundung des Personenstandes vom 6. Februar 1875.
Die neu eingerichteten Standesämter übernahmen diese Funktion vollständig und konfessionsunabhängig. Jede Gemeinde führte eigene Register: ein Geburtenbuch, ein Heiratsbuch und ein Sterbebuch. Die Einträge wurden handschriftlich in standardisierten Formularen festgehalten und enthielten weit mehr als Namen und Daten — oft auch Berufe, Adressen, Herkunftsorte und Verwandtschaftsverhältnisse.
Diese Register sind heute eine unersetzliche Quelle für Familienforscher, Historiker und Demografen. Sie dokumentieren nicht nur einzelne Leben, sondern spiegeln soziale Strukturen, Wanderungsbewegungen und die Alltagsgeschichte ganzer Regionen wider.
Nach deutschem Recht werden Personenstandsregister nach Ablauf bestimmter Schutzfristen öffentlich zugänglich: Geburtenregister nach 110 Jahren, Heiratsregister nach 80 Jahren, Sterberegister nach 30 Jahren. Aktuell sind das also alle Geburtsurkunden vor 1916, alle Heiratsurkunden vor 1946 und alle Sterbeurkunden vor 1996. Alle im depeve erfassten Dokumente fallen in diese zugänglichen Bereiche. Für alle jüngeren Urkunden müssen Sie sich tatsächlich an das jeweilige Standesamt melden und ein berechtigtes Interesse zur Einsichtnahme nachweisen.
Die Idee, Kirchenbücher und Register digital zu erschließen, ist nicht neu — für kirchliche Quellen gibt es bereits bewährte Plattformen:
depeve versteht sich als natürliche Ergänzung zu diesen Angeboten: Die staatlichen Personenstandsregister sind ab 1874/1876 die wichtigste genealogische Quelle überhaupt — bisher fehlt eine zentrale, moderne Plattform für ihre Erschließung.
Hat mit 15 Jahren begonnen, sich für seine Familiengeschichte zu interessieren und ist von dem Thema nie wieder abgekommen.
Im Alter von 15 Jahren suchte Jan in den Sommerferien im Internet nach dem Mädchennamen seiner Mutter — und stieß dabei auf eine Fülle von Informationen aus dem kleinen Ort Herzfeld in Westfalen. Es stellte sich heraus, dass ein Halbcousin 5. Grades seiner Mutter dort Informationen in Hülle und Fülle gesammelt und diese teilweise ins Internet gestellt hatte. Aber auch über die anderen Familienzweige wollte Jan mehr erfahren — doch da war ein Blick in die Originalurkunden notwendig; und die lagen aber noch in irgendwelchen Archiven. So verbrachte er Schulferien zum Beispiel im Kreisarchiv Warendorf oder im Landesarchiv in Detmold und blätterte alte Standesamtsregister durch. Das hat zwar auch einen speziellen Reiz, ist aber mühsam, langwierig und schadet den Dokumenten. An dem Hobby aber hielt er fest und reiste ein Jahrzehnt später für seine Doktorarbeit gar von Gemeinde zu Gemeinde in Sachsen, um die historischen Daten der jeweiligen Standesämter in Augenschein zu nehmen. Das ist nur eine Geschichte — viele Menschen, die sich mit ihrer Familiengeschichte befassen, berichten Ähnliches. In diesem Zuge entwickelte sich aber die Idee vom depeve. Denn gemeinsam können wir Geschichte einfacher entdecken.
Ein Beispiel, bei dem das depeve ganz konkret geholfen hätte: Jan schrieb ein Buch über seine Familie "Goldberg". Es sollte alle (vergangene) Namensträger seiner Familie enthalten — immerhin rund 10.000 Personen wurden gefunden. Hierbei war er vor allem mit einem Problem konfrontiert, das viele Familienforscher nur zu gut kennen: Fortgezogene Personen hinterlassen nur wenige Spuren in den Akten des ursprünglichen Ortes. Mit dem depeve wird dies einfacher, weil die Personen irgendwo anders ja wieder auftauchen und die Datensätze zusammengeführt werden. Und, wer weiß, vielleicht tauchen durch das depeve ja noch 2.000-3.000 weitere Personen für eine neue Auflage des Büchleins auf.
Im April 2024 stellte Jan die Idee dieser Plattform erstmals im Zug der Mitgliederversammlung des Vereins für Computergenealogie in Bochum vor. Darauffolgend im Juni 2026 ging die Beta-Version vom depeve dann online.